Pfarrer

Der “neue“ Pfarrer stellt sich vor

Liebe Leser und Leserinnen!

IMG_0909An dieser Stelle könnte mein Lebenslauf aufgelistet werden: Das wäre, so meine ich, nicht wirklich interessant. Ich fasse dazu nur kurz zusammen und behaupte, dass ich eine schöne Kindheit in Siebenbürgen – in einer schönen Familie – erleben durfte. Schule und Studium vergingen rasch und zügig, so dass ich im Frühjahr 2008 meinen praktischen theologischen Dienst in der Evangelischen Kirche begann.

 

Im noch nicht beendeten 24. Lebensjahr zog ich als Vikar alleine nach Bukarest, mit meinen persönlichen Sachen in einen Kleinwagen gefüllt. Dass ich elf Jahre später – vor einigen Wochen – als routinierter Pfarrer, erneut umgezogen bin, nun mit Frau und zwei Kinder und mit 45 Kubikmeter “dringend notwendigem” Übersiedlungsgut, deutet schon darauf hin, dass sich manches in meinem Leben verändert hat. Von meinen Erfahrungen im Pfarramt werde ich bei Gelegenheit immer wieder berichten. Hier folgen vorerst einige Gedanken zur Familie Pinte.

Gerne erzähle ich, wie ich meine Frau Clarisa kennengelernt habe: Schon in den ersten Vikariatswochen wurde ich zu einer Tagung der Evangelischen Akademie nach Hermannstadt delegiert. Das Thema war die soziale Arbeit in Rumänien. Zu derselben Tagung wurde, ebenfalls aus Bukarest, auch die mir damals noch unbekannte Frau vom Arbeits- und Sozialministerium geschickt, damit sie einen Vortrag hält. Dass mir der Inhalt des Vortrags dann nicht mehr wirklich wichtig erschien, können Sie sich wohl denken. So begann, als Folge dieser Begegnung, unser gemeinsamer Lebensweg bis wir dann, in derselben Stadt in Siebenbürgen, vier Jahre später, auch geheiratet haben.

Durch die Geburt unserer beiden Kinder sah unser Leben schon ganz anders aus. Lukas wurde im Sommer 2013 geboren. Erst am Tage seiner Geburt wurde uns klar, dass bei ihm etwas anders ist. Eine genetische Erberkrankung wird ihm und uns sicher das ganze Leben beschäftigen. Trotz seiner Mängel ist es aber ein besonderes Kind, dass viel Freude ausstrahlt und uns als Eltern dankbar sein lässt.

Ein gesundes Kind schenkte uns Gott dann zwei Jahre später. Die manchmal trotzige aber doch ganz liebe Lea hat uns gezeigt, wie leicht der Umgang mit einem Kind sein kann. Jetzt sind die Kinder in dem Alter, in dem sie alles bekritzeln und unsicher machen. Sie sorgen immer für Unterhaltung und sind ein gutes Mittel gegen Langeweile.

Wir, als Eltern, sind aber sehr gerne mit den kleinen Unruhestiftern zusammen. Wir schätzen aber auch jede Gelegenheit, aufatmen zu können. Für jede durchgeschlafene Nacht sind wir dankbar, aber auch für die eher seltene Gelegenheit, etwas Zeit nur für uns beide zu haben.

Durch den Umzug nach Traun hat meine Ehefrau, schweren Herzens, ihre gut angesehene Position im Ministerium aufgeben müssen. Doch als liebende Mutter hat sie das Wohlergehen der Kinder bewusst in den Vordergrund gestellt.

Nun haben wir uns hier schon ein wenig eingelebt. Es ist halt ein ganz neues Leben, das noch viel Unbekanntes mit sich bringt. Den Überblick in Sachen Anträge, Bewilligungen und Bescheinigungen habe ich schon längst verloren: Österreichische Bürokratie ist … anders. Vieles muss sich noch stabilisieren. Aber unter Gottes Schutz, mitten in einer liebenswürdigen Gemeinschaft, wissen wir uns getragen und gut versorgt.

Über die Zukunft mache ich mir wenig Sorgen. Das Evangelium nach Matthäus gibt im sechsten Kapitel einen für mich besonders wichtig gewordenen Satz mit, den ich hier abschließend auch weitergebe:

„Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.”

Ich nehme alles was kommt, aus der guten und geliebten Hand Gottes, wissend, dass er ständig für die Seinen sorgt.

Mehr zum “neuen” Pfarrer können Sie in Ihrer Kirchengemeinde erfahren. Die verschiedenen Gelegenheiten zur Begegnung oder beim persönlichen Gespräch sind immer wieder gegeben. Bis dahin verbleibe ich mit den allerbesten Wünschen.

 Ihr Andrei Pinte